Die plätschernde Lutter als Vorbild für Bünde?

Mitglieder des Vereins „natürlich aktiv“ besichtigten offengelegte Lutter in Bielefeld

 

Über 100 Jahre lang war das Bachbett der Lutter in der Bielefelder Innenstadt nicht sichtbar. Nun ist es offengelegt worden und Bielefeld ist um eine Attraktion reicher. Die einst wasserarme Stadt wird zum westfälischen Venedig. Wie kann Bünde von den Bielefelder Erfahrungen profitieren?

„Bielefeld liegt an der Lutter, und wir wollen, dass man das wieder sieht!“ war das Motto des Bielefelder Vereins „Pro Lutter“, der im Jahre 2002 gegründet wurde. Der Vorstandsvorsitzende Joachim Held und der ehemalige Umweltdezernent der Stadt Bielefeld, Martin Enderle, nahmen sich viel Zeit, die Mitglieder von „natürlich aktiv“ anläßlich einer Besichtigung am 13. April 2024 umfassend zu informieren. Ziel des Vereins ist es, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts verrohrte Gewässerstrecke der Lutter in drei Bauabschnitten wieder offenzulegen. Begonnen und realisiert wurde das Projekt im Park der Menschenrechte, fortgeführt wurde es in der Ravensberger Straße. Nun wird der 3. Bauabschnitt im Bereich der östlichen Innenstadt bis zum Stauteich 1 geplant. Die Umsetzung ist für 2024 unter Erhalt der vorhandenen alten Platanen vorgesehen, die Finanzierung ist durch Fördermittel gesichert.

Bereits jetzt hat das Projekt viel Positives bewirkt. Im Park der Menschenrechte und in der Ravensberger Straße erfreut sich die offengelegte Lutter großer Beliebtheit. Die Eröffnung des 2. Bauabschnitts im Jahr 2022 wurde mit tausend Besuchern gefeiert. Viele Familien nutzen die neue Aufenthaltsqualität am gluckernden Bach. Das Bachklima trägt dazu bei, die Innenstadt an heißen Sommertagen zu kühlen. Ursprünglich geäußerte Bedenken sind auch deshalb nicht eingetreten, weil der Bach sauber gehalten und durch einfache technische Maßnahmen selbst bei extremen Starkregen nicht über die Ufer treten kann.

Die Mitglieder von „natürlich aktiv“ sind sich einig, dass die Lutter ein gutes Beispiel für im Bünder Raum verrohrte Bäche sein kann. Mit dem Strangbach in Hunnebrock oder den Butterbach in der Innenstadt gibt es ähnliche Bachläufe, auch wenn diese nicht so spektakulär wie in Bielefeld sind. Die Vorsitzende des Vereins, Angela Holstiege, rät dazu, mit entsprechenden Planungen zu beginnen: „Das Bielefelder Beispiel zeigt, dass es wichtig ist, den ersten Planungsschritt zu tun. Hätten sich vor über 20 Jahren nicht engagierte Menschen zusammengefunden, wäre bis heute nichts geschehen. Mit langen Planungs- und Genehmigungsverfahren muß man ohnehin rechnen. Zumindest am Butterbach gibt es offensichtlich Bereiche, die sich dafür eignen, offengelegt zu werden.“

Offenlegung der Lutter positives Beispiel für Bünder Bäche?

Verein „natürlich aktiv“ lädt zur Besichtigung nach Bielefeld ein

 

In den Innenstädten unserer Region sind in der Vergangenheit viele Bäche, die früher oberirdisch geflossen sind, verrohrt oder in Betonrinnen verlegt worden. In Bünde trifft das unter anderem auf den Strangbach in Hunnebrock oder den Butterbach in der Bünder Innenstadt zu. Inzwischen gibt es aber auch Beispiele, dass solche Bachläufe wieder offengelegt worden sind. Das ist sicher zeitaufwendig und kostspielig, aber es lohnt sich auch, frühzeitig mit entsprechenden Planungen anzufangen.

Ein solch positives Beispiel ist die Lutter in Bielefeld. Der Name des Baches kommt von „hluttar“ oder „lauter“ und steht damit für klares und sauberes Wasser. Bereits im 19. Jahrhundert nahm die Verschmutzung insbesondere durch Hausabwässer, Bleichen und Färbereien stark zu, so dass man sich entschloss, den Bach zu verrohren. So war die Lutter über 100 Jahre lang in der Bielefelder Innenstadt nicht mehr sichtbar, bis sich im Jahr 2001 ein kleiner Kreis von Initiatoren zusammenfand, um die Offenlegung anzugehen. Das Motto lautete: „Bielefeld liegt an der Lutter und wir wollen, dass man das wieder sieht.“

Der Verein „Pro Lutter“ beschäftigt sich seit 2002 mit der schrittweisen Renaturierung und ist damit sehr erfolgreich. Auf einem Abschnitt beginnend am Park der Menschenrechte bis entlang der Ravensberger Straße ist das Wasser bereits wieder ans Licht geholt worden. Ein weiterer Bauabschnitt im östlichen Innenstadtbereich ist geplant.

Die Vereinsmitglieder von „natürlich aktiv e. V.“ laden interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einer Besichtigung des offengelegten Teils der Lutter am Samstag, 13. April 2024, um 10 Uhr nach Bielefeld ein. Vertreter des Vereins „Pro Lutter“ mit dem ehemaligen Umweltdezernenten der Stadt Bielefeld, Martin Enderle, werden vor Ort die Maßnahmen erläutern. Treffpunkt ist am Gymnasium am Waldhof im Park der Menschenrechte. Es besteht auch die Möglichkeit, ab 8:44 Uhr mit der Bahn von Bünde nach Bielefeld zu fahren.

Wer Interesse an einer Teilnahme hat, sollte sich bis spätestens dem 7. April 2024 bei der Vorsitzenden Angela Holstiege unter der Ruf-Nr. 05223.61949 oder dem stv. Vorsitzenden Klaus Goeke unter der Ruf-Nr. 05223.60932 anmelden.

 

 

Ein neuer Mischwald entsteht am Darmühlenbach in Muckum

Verein „natürlich aktiv“ führte Pflanzaktion durch

 

Am 24. Februar 2024 trafen sich die Mitglieder des Vereins „natürlich aktiv“, um an einem kleinen Nebenarm des Darmühlenbaches an der Droste-Hülshoff-Straße in Muckum Bäume zu pflanzen. Der Verein möchte, dass an dieser Stelle im besonders waldarmen Kreis Herford neue bewaldete Uferstreifen entstehen. Begleitet wurde die Aktion von den Kommunalbetrieben Bünde, unterstützt wurde sie vom NABU.

Die Idee zu der Anpflanzaktion war den Mitgliedern von „natürlich aktiv“ bei einem der monatlichen Treffen gekommen. „Natürlich aktiv“ setzt sich für eine Minderung der CO2-Belastung der Umwelt und für den Artenschutz ein, insbesondere durch Vernässung und Aufforstung von Grundstücken in Bünde und Umgebung. Die konkreten Maßnahmen werden eng mit der Stadt und den Kommunalbetrieben Bünde abgestimmt. So sind in diesem Jahr Projekte an der Else und am Gewinghauser Bach geplant, um die Gewässer wieder naturnäher zu gestalten.

Ein großes Ziel wäre die Anlegung von Mooren oder Auwäldern, die besonders viel CO2 speichern. Aufgrund der bestehenden Nutzung der Flächen gibt es in Bünde und Umgebung aber kaum Möglichkeiten, dieses Ziel umzusetzen. Auch das Hücker Moor ist kein richtiges Moor, wie es in der Norddeutschen Tiefebene großräumig zu finden ist. Daher helfen in unserer Region andere Maßnahmen, so wie es mit der Bepflanzung eines Waldes in der Darmühlenbachaue geschieht.

Die Vorsitzende von „natürlich aktiv e. V.“, Angela Holstiege, ist begeistert vom Engagement der Vereinsmitglieder: „Endlich können wir praktisch etwas tun. Die Vereinsmitglieder haben Stecklinge von einheimischen Sträuchern und Bäumen mitgebracht, die jetzt noch gut gepflanzt werden können. Auch der NABU hat Weidensträucher zur Verfügung gestellt. Einige Sträucher haben wir beim NABU gekauft. Insekten und Vögel werden ihre Freude haben“.

Die Pflanzaktion am Samstag soll nicht die letzte Anpflanzungsmaßnahme von „natürlich aktiv“gewesen sein. In Zusammenarbeit mit Christoph Wittler von den Kommunalbetrieben Bünde hat „natürlich aktiv e. V.“ schon mehrere Grundstücke an der Else und an Bünder Bächen ins Auge gefaßt, wo ähnliche Projekte umgesetzt werden können. Interessierte, die mitmachen wollen, können sich gerne an den Verein wenden. Zur Besprechung der Maßnahmen treffen sich die Vereinsmitglieder jeweils am zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr in der Gaststätte Erdbrügger in Hunnebrock.

 

 

Wo ist der Butterbach?

Erkundungsspaziergang

 

„Natürlich aktiv“ plant weitere Erkundungstouren an Bünder Gewässern. Und so lädt der Verein ein zu einem Erkundungsspaziergang am Butterbach, am Samstag, den 21.10.23 um 15:00 Uhr. Treffpunkt ist der Nettomarkt an der Weseler Straße.

In Bünde gibt es nahe dem Zentrum die Bachstraße. Doch wo ist der dazu gehörende Bach? Er ist nirgendwo zu sehen.

Der Butterbach in Bünde führt zu einem großen Teil ein unterirdisches Dasein oder eins am Rande. Der Straßenname Bachstraße macht deutlich, dass er früher das Stadtbild geprägt hat.

Der Verein „natürlich aktiv“ denkt an die Freude der Bielefelder, als der Lutterbach in der Innenstadt bei den Dürkoppwerken wieder freigelegt wurde und dort neben Bürgersteig und Fahrbahn jetzt offen fließt. Der Verein fragt, ob so etwas vielleicht auch in Bünde möglich ist.

Wie war es? Dies ist der Bericht über die Veranstaltung, erschienen in der NW am 28.10.2023.

 

 

Hoffnung auf weitere positive Entwicklung am Strangbach

 

Erkenntnisse aus dem Erkundungsspaziergang

 

Der Strangbach ist spätestens seit dem Starkregen im Jahr 2021 und den dadurch aufgetretenen Überschwemmungen in den Bünder Stadtteilen Hunnebrock und Werfen als einer der Bünder Problembäche identifiziert worden. Viele Grundstückseigentümer waren betroffen und hoffen darauf, dass die zuständigen Verwaltungen geeignete Maßnahmen ergreifen, damit ein solches Schadensereignis nicht wieder auftreten kann.

Für den Verein „Natürlich aktiv“ Grund genug, sich eingehender mit dem Strangbach zu beschäftigen und sich die Situation vor Ort anzusehen. Daher lud der Verein seine Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit im Rahmen der Biennale Bünde 2023 zum Thema „Wasser“ zu einem Erkundungsspaziergang ein, der am 9. September unter der fachkundigen Leitung von
Christoph Wittler, bei den Kommunalbetrieben Bünde für die Gewässerunterhaltung und die naturnahe Gewässerentwicklung zuständig, stattfand.

Der Strangbach ist in seinem unteren Bereich bereits naturnäher gestaltet worden. Die Renaturierungsmaßnahmen zwischen der Dorfstraße und der Neuen Else sind nach Meinung der Teilnehmenden sehr gut gelungen. So ist aus einem gerade verlaufenden Bach ein neues, mäanderndes Gewässer geworden, an dem sich viele unterschiedliche Pflanzen angesiedelt haben. Besonders eindrucksvoll sind alte Kopfweiden, die erfolgreich umgepflanzt worden sind.

Ganz anders sieht es im südlichen Gewässerbereich sowie im bebauten Stadtteil aus, wo sein Bett zu eng und zum Teil verrohrt ist. Bei Starkregen kann es daher zu Problemen kommen. Hier versucht die Stadt Bünde Verbesserungen zu erreichen, die allerdings teuer und nur mit Fördermitteln umzusetzen sind. Einfacher wäre der Erwerb einer Ackerfläche, die ohne große
Veränderungen als Rückhaltefläche bei Starkregen genutzt werden könnte. Hierbei kommt es aber auf die Verkaufsbereitschaft des Eigentümers an.

Beeindruckend war für alle Teilnehmenden, welche Maßnahmen und Grundstückskäufe die Kommunalbetriebe Bünde bereits veranlaßt bzw. getätigt haben, um die Situation am Strangbach zu verbessern. Leider dauert die Umsetzung geeigneter Maßnahmen oftmals sehr lange, da zunächst Grundstücke erworben oder umfängliche Genehmigungsverfahren und politische Entscheidungen in Gang gesetzt werden müssen. Hier appelliert die Vorsitzende des Vereins „Natürlich aktiv“, Angela
Holstiege, an die verantwortlichen Behörden, möglichst unbürokratisch und pragmatisch Entscheidungen im Sinne des Hochwasserschutzes und des ökologischen Gewässerschutzes zu treffen.

Neues Bett für den Strangbach?

Erkundungsspaziergang

 

Der Verein natürlich aktiv e.V. lädt ein zu einem Erkundungsspaziergang am Strangbach, am Samstag, den 9.9.23 um 17:00 Uhr, Treffpunkt ist der Parkplatz an der Gaststätte Erdbrügger.

Der Strangbach ist in seinem unteren Bereich bereits naturnäher gestaltet worden. Im oberen Bereich ist sein Bett zu eng, zum Teil verrohrt. Deshalb macht er bei Starkregen Probleme. Beide Teile des Strangbachs sollen erkundet werden.

Dieser Spaziergang ist Teil des Rahmenprogramms der Biennale Bünde. Die Biennale Bünde 2023 veranstaltet einen künstlerischen Wettbewerb zum Thema Wasser.

Der Verein natürlich aktiv e.V. möchte sich gerne an der naturnäheren Umgestaltung der Gewässer in Bünde beteiligen.

Interessierte und Neugierige, jeder ist herzlich eingeladen.

 

Fördermittel für Maßnahmen des Gewässer- und Klimaschutzes

Aus der Sitzung...

 

Es gibt neue Förderprogramme, die es den Kommunen und Firmen ermöglichen, selbst aktiv zu werden und hierfür Fördermittel für Maßnahmen des Gewässer- und Klimaschutzes zu beantragen.

Das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in kommunalen Gebieten im ländlichen Raum“ wurde im Juli diesen Jahres auf Bundesebene initiiert und ist bisher mit 100 Millionen Euro Fördermitteln ausgestattet, die im Laufe der Jahre auf bis zu vier Milliarden Euro aufgestockt werden sollen. Mit dem Programm sollen u. a. intakte Moore geschützt, Moore wieder vernässt und ein naturnaher Wasserhaushalt mit lebendigen Flüssen, Seen und Auen herbeigeführt werden. Die Entsiegelung von Flächen soll die natürliche Bodenfunktion wiederherstellen.  

Für die Stadt Bünde sieht der Verein Möglichkeiten in diesen Handlungsfeldern tätig zu werden, z. B. an der Else und den zufließenden Bächen sowie im Werfer Bruch. „Es wäre sinnvoll und wünschenswert, wenn es hierfür bei der Stadt Bünde einen Ansprechpartner gäbe“, regt unsere Vereinsvorsitzende Angela Holstiege an.    

Neue Auen an der Else?

Erkundungsspaziergang

 

Der Verein natürlich aktiv e.V. lädt ein zu einem Erkundungsspaziergang an der Else am 24.6.2023 um 18:00 Uhr, Treffpunkt ist der Autohof an der Osnabrücker Straße.

Die Else ist zwischen der Nienburger und der Werfer Straße bereits naturnäher gestaltet worden. Diese Veränderungen sollen fortgeführt werden. Der Erkundungsspaziergang ist Teil des Rahmenprogramms der Biennale Bünde. Die Biennale Bünde 2023 veranstaltet einen künstlerischer Wettbewerb zum Thema Wasser. Der Verein natürlich-aktiv e.V. möchte sich gerne an der naturnäheren Umgestaltung der Else beteiligen.

Interessierte und Neugierige, jeder ist herzlich eingeladen.

 

Wie war es? Dies ist der Bericht über die Veranstaltung, erschienen in der NW am 27.06.2023.